»Wie sieht ein Pferd die Welt oder ein Adler, ein Reh oder ein Hund?«, fragt sich Franz Marc. »Diese Betrachtung soll uns zu den Quellen der Kunst führen.« Doch bleibt das Tier, das für ein breites Publikum mit dem Œuvre des im Ersten Weltkrieg gestorbenen »Blauen Reiters« deckungsgleich ist, am Ende nur eine Durchgangsstation auf dem Weg in die Abstraktion. Diese Entwicklung, an deren Ende Marc, ein Erz-Idealist, die Natur als hässlich und unrein abschreibt, verfolgt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf mit einer großen Ausstellung. Im Februar wird »Die Suche nach einer besseren Welt« (so der Titel der Retrospektive) im Kunstmuseum Bern fortgesetzt.
»Das Leben ist eine teuflische Paraphrase«, doch die Kunst verheißt Erlösung: Franz Marc suchte den Zugang zum Paradies durch die Pforte der Malerei
Link zur Originalveröffentlichung»Das kann Kunst«: Interview mit Danica Dakić
Link zur OriginalveröffentlichungFür das Ausstellungsprojekt »Rom. Rom? Rom!« haben Studierende der Kunstakademie Düsseldorf die Räume im Beuys-Haus erobert. Ein Gespräch mit Professorin Danica Dakić.
Paloma Varga Weisz in der Synagoge Stommeln: Atelierbesuch beim eigenen Vater
Link zur OriginalveröffentlichungIn der Synagoge Stommeln, heute ein Ort der Kunst, hat Paloma Varga Weisz das Atelier ihres jüdischen Vaters wiederauferstehen lassen. Die Familienaufstellung der Düsseldorfer Bildhauerin will Kunst zum Resonanzraum von Erinnerungen machen.
Mischa Kuball in der Casa di Goethe: Ausstellungsendspurt und Katalogpräsentation
Link zur OriginalveröffentlichungDer Düsseldorfer Konzeptkünstler Mischa Kuball befragt in der römischen Casa di Goethe das historische Spannungsfeld zwischen Kunst, Philosophie und Naturwissenschaft. Ausgehend von den gegensätzlichen Farb- und Lichttheorien Goethes und Newtons sowie Galileis Himmelsbeobachtungen thematisieren seine raumgreifenden Lichtinstallationen die Relativität unserer Wahrnehmung. Zum Ende der Schau wird am 30. September vor Ort die begleitende Publikation aus dem Verlag Magonza vorgestellt.
Geteilte Ansichten
Link zur OriginalveröffentlichungDoris Keller-Riemer und Hans-Gerd Riemer halten sich als Sammler konsequent im Hintergrund. Ihrer »Sammlung KiCo« soll die ganze Aufmerksamkeit gelten. In der Kunsthalle Bielefeld gibt eine zweiteilige Ausstellung Aufschluss über das Profil der Kollektion zeitgenössischer Kunst.
Jörg Immendorff im Kunstpalast: Vom Maoisten zum Malerfürsten
Link zur OriginalveröffentlichungVor rund 20 Jahren war Jörg Immendorff ein Star, aufmerksam beäugt von den Medien, umschmeichelt auch von Politikern. Doch nach seinem frühen Tod wurde es ruhig um seine Kunst. Der Kunstpalast Düsseldorf rückt sein Werk nun wieder ins Blickfeld.
Kunstpalast in Düsseldorf: Diese Ausstellung zeichnet ein neues Bild von Jörg Immendorff
Link zur OriginalveröffentlichungIn den Achtzigern und Neunzigern war Jörg Immendorff (1945–2007) einer der Stars des Kunstbetriebs. Mehr noch: Der Düsseldorfer Maler schrieb Zeitgeschichte – jedenfalls lieferte er die visuelle Begleitmusik: Drei Tage nach dem Mauerfall hielt der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker eine Ansprache zur deutschen Einheit direkt vor einem Gemälde aus Immendorffs »Café Deutschland«-Folge. Inzwischen ist es ruhig geworden um den frühverstorbenen Künstler, der einst in der Boulevardpresse mindestens so präsent war wie in Kunstmagazinen. In seiner Wahlheimat präsentiert der Kunstpalast jetzt eine großartige Immendorff-Retrospektive.
August Sander – Hinter der heilen Welt seiner Fotos lauert ein Geheimnis
Link zur OriginalveröffentlichungZum 150. Geburtstag von August Sander zeigt Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn im Kölner Mediapark bis zum 24. Januar 2027 eine umfassende Werkübersicht des Pioniers sachlich-dokumentarischer Fotografie. Im Mittelpunkt steht sein berühmtes Mappenwerk »Menschen des 20. Jahrhunderts«, das ein physiognomisches Porträt der Weimarer Republik zeichnet. Daneben präsentiert die Schau frühe Linzer Aufnahmen, Naturstudien, Reisefotografien aus Sardinien sowie intime Einblicke in seine Kölner Werkstatt. Beleuchtet wird zudem Sanders Rolle als Rundfunkpionier anhand seiner Radiovorträge von 1931.
Neue Ausstellung im Skulpturenpark: Lacklabor an der Wupper
Link zur OriginalveröffentlichungWährend der NS-Zeit fanden Willi Baumeister und Oskar Schlemmer in der Wuppertaler Lackfabrik von Kurt Herberts ein Refugium, das zugleich Experimentierstätte war. Eine Ausstellung im Skulpturenpark Waldfrieden zeigt Lackversuchstafeln, die schon auf das Informel der Nachkriegszeit vorausweisen.
Van-Gogh-Ausstellung in Otterlo: Ein Fest der Malerei
Link zur OriginalveröffentlichungSeit 1984 sind die 88 Gemälde von Vincent van Gogh, die das Kröller-Müller Museum im niederländischen Otterlo als seinen größten Schatz hütet, nicht mehr in Gänze präsentiert worden. Die Sonderausstellung »Van Gogh. All Our Paintings« macht nun den gesamten Bestand zugänglich. Im Grunde feiert die Schau zwei Personen: zum einen natürlich den Künstler selbst, Vincent van Gogh (1853–1890), Superstar und tragischer Held, Wegbereiter der Moderne und Publikumsliebling. Zum anderen Helene Kröller-Müller (1869–1939), die sich für das Schaffen des Niederländers schon begeisterte, als weite Teile der Kunstwelt ihm noch die kalte Schulter zeigten. 270 seiner Werke hat die in Den Haag lebende schwerreiche Industriellengattin erworben – 88 Gemälde sowie 182 Zeichnungen und Lithografien.