Texte, die in Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind

Texte
Diese Auswahl versammelt eine Reihe meiner Artikel, erschienen unter anderem im Magazin »kultur.west«, der »Neuen Zürcher Zeitung«, »Kunstforum International«, »Monopol« dem »boesner Kunstportal« und der »Rheinischen Post«. Kunst, Architektur und Design, Kultur und Geschichte bilden den Schwerpunkt.
Neun Orte an der belgischen Küste, freier Blick aufs Meer, neue Perspektiven auf die Kunst – Beaufort24 lädt ein, dort Gegenwartskunst zu entdecken, wo andere Urlaub machen. Zwei Eigenschaften vor allem braucht, wer Großausstellungen wie die Biennale in Venedig oder die documenta in Kassel bewältigen will: Spaß an der Kunst und gute Kondition. Als noch nützlicher erweist sich diese Kombination, wenn man die Beaufort-Triennale am Meer erkunden will. Hier nämlich erstreckt sich das Terrain der zeitgenössischen Kunst im öffentlichen Raum über die gesamte belgische Nordseeküste – immerhin 65 Kilometer. Rekordverdächtig, was den Radius einer Kunstausstellung angeht. Neun Orte machen mit bei der Triennale, die bis Anfang November Werke von 18 Künstlernn unter dem Motto »Fabric of Life« vereint.
Dass es zwischen Bauhaus und Nationalsozialismus mehr Berührungspunkte gibt als gemeinhin angenommen, belegt eine fulminante Ausstellung der Klassik Stiftung Weimar. Mit 450 Kunst- und Designobjekten sowie der Rekonstruktion von rund 60 Bauhaus-Biographien beleuchtet sie beispielhaft das Verhältnis von Moderne und Diktatur. Das weite Feld zwischen Opposition und Adaption im NS-Staat erkundet die immens materialreiche Ausstellung in drei Teilen, präsentiert im Museum Neues Weimar, im Bauhaus-Museum Weimar und im Schiller-Museum.
In Brügge bereichern zeitgenössische Kunst und Architektur das UNESCO-Weltkulturerbe. Für die vierte Ausgabe der Triennale Brügge haben zwölf Künstler, Architekten und Architekturbüros ortsbezogene Projekte realisiert. »Spaces of Possibility«, so lautet das Motto der bis zum 1. September laufenden Open-Air-Ausstellung. Derweil lädt die nahegelegene Nordseeküste dank Beaufort24 zur Strandpartie mit Kunst im öffentlichen Raum. International renommierte Kunstschaffende wie Alexandra Bircken, Richard Deacon oder Monika Sosnowska sind ebenso mit von der Partie wie belgische Künstler, die vornehmlich im eigenen Land bekannt sind.
1924 veröffentlichte André Breton in Paris das »Manifeste du Surréalisme«. Die Geburtsstunde einer Bewegung, die weit über Frankreich hinauswirkte, die kosmopolitisch war. So macht es Sinn, dass Belgien, Heimatland von René Magritte, beim Surrealismus-Jubiläum Flagge zeigt. Stand die Brüsseler Kunstmesse BRAFA bereits im Zeichen des Surrealismus-Jubiläums, so läuft die zentrale Jubiläumsausstellung bis Juli in den Königlichen Museen der Schönen Künste Belgiens (RMFAB). Im Anschluss ist »Imagine! 100 Jahre internationaler Surrealismus« in abgewandelter Form in Paris, Madrid, Hamburg und Philadelphia zu sehen. Parallel widmet sich das nahegelegene Palais des Beaux-Arts de Bruxelles, kurz BOZAR, unter dem Titel »Histoire de ne pas rire« dem belgischen Surrealismus. Der hat eine solche Hommage allemal verdient.
Bis zum 14. Juli zeigt das Essener Museum Folkwang die Ausstellung »Andreas Slominski. Wohnorte gegen Geburtsorte«. Der Künstler und Fußballfan hat zahlreiche Fußballspiele der 1980er-Jahre – einst kaum beachtet, inzwischen längst vergessen – in einer Plakatserie verewigt. Von Aachen bis Worms reicht das geographische Spektrum des Zyklus‘. Ein typischer Slominski, der zwischen Scherz, Ironie und tieferer Bedeutung changiert. Der Künstler hat eine Vorliebe für dadaistische Schelmenstücke: Seine oft absurden Projekte verwirklicht er mit einem Pragmatismus, der jedem Handwerksmeister zur Ehre gereichen würde. Die Ausstellung ist Teil des Kunst- und Kulturprogramms »Vom Fußball berührt«, das die UEFA EURO 2024 in Deutschland begleitet.
Bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen (1.5.–8.6.) kommt Kunst nicht zu kurz. Der dänische Eat-Art-Artist Søren Aagaard verwandelt die Kunsthalle Recklinghausen in einen kulinarischen Schauplatz. Und schlägt eine Brücke von der Performance zum Theaterfestival. Aagaard ist Grenzgänger aus Passion. Für ihn besteht kein Zweifel daran, dass sich die Welt der Kunst und das kulinarische Revier der Gastronomie wechselseitig bereichern: »In vielerlei Hinsicht spiegelt die Gestaltung eines Kunstwerks die Konzeption eines Restaurants wider«, so der Künstler.
Mittelalterliche Altstadt und Gegenwartskunst: Wie passt ein derart ungleiches Paar zusammen? Ausgezeichnet – jedenfalls wenn Brügge der Schauplatz einer solchen Begegnung ist. Die Triennale Brügge verwandelt die Hauptstadt der Provinz Westflandern, geadelt als UNESCO-Weltkulturerbe, in eine Bühne für zeitgenössische Kunst und Architektur. Die Stadterkundung auf den Spuren der zwölf ortsgebundenen Arbeiten spielt sich innerhalb eines überschaubaren Areals ab. Innerhalb der einzigartigen spätmittelalterlichen Altstadt, die wie durch ein Wunder von Kriegszerstörungen und Feuersbrünsten verschont blieb, liegen die einzelnen Triennale-Stationen in fußläufiger Nähe.