Texte, die in Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind

Texte
Diese Auswahl versammelt eine Reihe meiner Artikel, erschienen unter anderem im Magazin »kultur.west«, der »Neuen Zürcher Zeitung«, »Kunstforum International«, »Monopol« dem »boesner Kunstportal« und der »Rheinischen Post«. Kunst, Architektur und Design, Kultur und Geschichte bilden den Schwerpunkt.
Für ihre aktuelle Serie «Face of a Woman, Head of a Child» hat sich Karin Kneffel von spätgotischen Mariendarstellungen inspirieren lassen. Im Format des Diptychons gehen Mutter und Kind auf Distanz. Das Museum Kurhaus Kleve präsentiert die Doppelporträts in einer Ausstellung. Weil sich die Malerin auf die Gesichter konzentriert und die christlichen Attribute weglässt, erscheint Maria als Mensch, nicht als göttliches Wesen. Anders als bei den Madonnen der Gotik, in denen gern das Mütterliche, Fürsorgliche betont wird, fehlt in den Bildern Kneffels die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind. Das Diptychon zergliedert das Paar, isoliert es auf separaten Tafeln im Mittelformat – Tuchfühlung suchen Mutter und Kind eher zum Betrachter als zueinander.
Im kommenden Jahr richtet Deutschland die Fussball-Europameisterschaft aus. An eine Wiederauflage des «Sommermärchens» von 2006 glauben angesichts des kritischen Zustands der Fussballnation nur unerschütterliche Optimisten. Bei der Frustbewältigung hilft eine Ausstellung im Ruhr Museum, die glorreiche Zeiten beschwört. «Mythos und Moderne. Fussball im Ruhrgebiet», so lautet der Titel der Fotopräsentation, die das Ruhr-Museum, Teil des weitläufigen Areals UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen, gemeinsam mit dem in Dortmund beheimateten Deutschen Fussballmuseum organisiert hat.
Schon wer andeuten will, warum Bäume zu den wichtigsten Akteuren auf der Bühne der Malerei zählen, begibt sich auf ein weites Feld. Die Spur der Bäume, sie zieht sich von der mittelalterlichen Buchmalerei über Renaissance, Barock, Romantik und Impressionismus bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Doch nicht bloß als Krönung der Landschaftsmalerei ragen die Titanen heraus. Bäume leisten zudem als Gleichnis, Stellvertreter und symbolische Repräsentation des Menschen unverzichtbare Dienste.
Seit 20 Jahren schützt die flämische Meisterwerke-Verordnung Spitzenwerke vor dem Verkauf ins Ausland. Außerdem werden Kunstinstitutionen Flanderns beim Ankauf unterstützt. Welche Schätze auf diese Weise zusammengekommen sind, das zeigt das Antwerpener Museum MAS in der Sonderausstellung «Selten und unverzichtbar». Die Schau, kuratiert von Thomas Leysen und Ben Van Beneden, vereint Meisterwerke verschiedener Epochen, von denen sich Museen, Kirchen, Bibliotheken und private Sammler vorübergehend getrennt haben.
Bei der 56. Art Cologne präsentieren rund 170 Galerien und Händler Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart. Art-Cologne-Chef Daniel Hug kann auch in diesem Jahr mit klangvollen Galerie-Namen aufwarten – Gisela Capitain, Eigen + Art, Karsten Greve, Max Hetzler, nächst St. Stephan, Thaddaeus Ropac, Sprüth Magers oder Michael Werner, sie alle sind mit von der Partie. Eine Sonderausstellung der Kölner Messe rückt die Kunstsammlung der Landesbank Baden-Württemberg in den Blickpunkt.
«Tronie», mit diesem erklärungsbedürftigen Ausdruck bezeichnet die Kunstwissenschaft porträtähnliche, letztlich jedoch fiktive Darstellungen, die in der holländischen und flämischen Barockmalerei große Popularität genossen. Meisterwerke dieser Gattung vereint das Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen (KMSKA) in seiner Ausstellung «Turning Heads. Bruegel, Rubens and Rembrandt».
Die Museumslandschaft in Nordrhein-Westfalen ist in Bewegung. In mehr als zehn Museen haben in den vergangenen Jahren neue Direktoren ihr Amt angetreten. Vom Kunstmuseum Bochum bis zur Kunsthalle Recklinghausen reicht die Liste jener Häuser mit jungem Führungspersonal. Sie denkt das Museum konsequent aus der Publikumsperspektive. Die – ohnehin längst bröckelnde – Fassade des unnahbaren, bei vielen Berührungsängste auslösenden Kunsttempels wollen sie ersetzen durch eine Art gläsernes Museum. Ein Museum, das Transparenz und Willkommenskultur praktiziert, das Menschen verschiedener Bildungsgrade entgegenkommt, also «niederschwellig» ist, wie es inzwischen gern heißt.