Schlipse mit Stil

Erschienen in: {mb_texte_texte_erschienen-in} | 6. Februar 2024
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Es soll knapp 100 verschiedene Möglichkeiten geben, eine Krawatte formvollendet zu binden. Ein Musterbeispiel für Vielfalt in der Herrenmode. Doch die Beliebtheit des Schlipses nimmt ab, ebenso wie die Verbindlichkeit, ihn bei offiziellen Anlässen oder in gehobener beruflicher Stellung zu tragen. Stefan Thull bedauert den schleichenden Niedergang der Krawatte. Der Aachener Sammler und frühere Modeberater hat seit Jahrzehnten ein Faible für das Halsgebinde. Mehr noch – er sammelt auch Krawatten. Nicht als Kleidungsstück, sondern als Motiv, das auf Kunstwerken und Fotografien zu sehen ist. Im vergangenen Sommer überließ er der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin seine Kollektion «Die Krawatte in der Fotografie» als Schenkung.

«Size matters» im Kunstpalast Düsseldorf. Gullivers Reise ins Reich der Fotografie

Erschienen in: {mb_texte_texte_erschienen-in} | 31. Januar 2024
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Auf die Größe kommt es an – zumindest in der Fotografie. Das behauptet der Düsseldorfer Kunstpalast mit seiner aktuellen Ausstellung «Size Matters». Die Schau, die rund 160 Fotografien von circa 50 Künstlern aufbietet, macht den Maßstab zum Maßstab. Was die Wahl des Formats angeht, erlaubt die Fotografie beinahe grenzenlose Flexibilität. Während der Maler sich in Sachen Höhe und Breite der Leinwand festlegen muss, bevor er beginnt, kann der Fotograf sein Bild nach getaner Arbeit nach Lust und Laune skalieren. Vom Handybildschirm bis zur Plakatwand ist alles möglich.

Vitaler Totentanz: Obwohl sich James Ensor gern als Skelett darstellte, bejahte er das Dasein

Erschienen in: {mb_texte_texte_erschienen-in} | 29. Januar 2024
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Als der belgische Maler James Ensor 1949 in hohem Alter starb, erhielt er sogar ein Staatsbegräbnis. Zum 75. Todesjahr wird der Pionier der Moderne mit Ausstellungen in Ostende, Antwerpen und Brüssel gefeiert. Der belgische Künstler (1860–1949) hatte eine Vorliebe für Masken – und für Skelette, mit denen er sich gern in Form von Selbstporträts identifizierte. Die erste Ausstellung im Ensor-Jubeljahr, zu sehen im Ostender Museum Mu.ZEE, widmet sich dem Stillleben. Dabei haben Bart Verschaffel und Sabine Taevernier, die Kuratoren der Präsentation, rund 50 Werke James Ensors eingebettet in eine Gesamtdarstellung der belgischen Stillleben-Malerei zwischen 1830 und 1930.

Keine Gipfelleistung. Caspar David Friedrichs «Wanderer über dem Nebelmeer» wird überschätzt

Erschienen in: {mb_texte_texte_erschienen-in} | 12. Januar 2024
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Am 5. September 1774 wurde Caspar David Friedrich in Greifswald geboren. Der 250. Geburtstag des Dresdner Künstlers, der zum Synonym für Romantik in der Malerei geworden ist, gibt Anlass zu einem deutschlandweiten Jubeljahr. Noch mehr im Rampenlicht, als das ohnehin der Fall ist, steht deswegen Friedrichs Gemälde «Der Wanderer über dem Nebelmeer». Ich kann mich mit dem Kultbild nicht anfreunden.

Lesarten der Welt. 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich: Festjahr in Greifswald, Jubiläumsausstellungen in Hamburg, Berlin und Dresden

Erschienen in: {mb_texte_texte_erschienen-in} | 4. Januar 2024
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Am 5. September 1774 wurde Caspar David Friedrich in Greifswald geboren. Der 250. Geburtstag des Romantikers ist Anlass für ein Festjahr in seiner Heimatstadt. Und nicht nur das: Mit drei Ausstellungen demonstrieren die Hamburger Kunsthalle, die Alte Nationalgalerie in Berlin und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dass der Landschaftsmaler all jenen viel zu sagen hat, die auf der Suche sind: nach dem Schönen und Bedeutsamen in der Kunst, vielleicht sogar nach dem Sinn des Lebens. Wer nach einem Leitmotiv im Werk Caspar David Friedrichs sucht, wird schnell fündig: Der Tod spielt eine tragende Rolle auf der Bühne seiner Malerei – und im wirklichen Leben. Doch war der Romantiker kein perspektivloser Schwarzseher, sondern ein tiefgläubiger Christ.

Familienaufstellung mit Maria. Karin Kneffels neue Serie «Face of a Woman, Head of a Child» in Kleve

Erschienen in: {mb_texte_texte_erschienen-in} | 18. Dezember 2023
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Marienbilder der Spätgotik standen Pate bei Karin Kneffels jüngster Serie «Face of a Woman, Head of a Child». In den als Diptychon angelegten Porträts holt die Düsseldorfer Malerin die Madonna und das Christuskind auf die Erde. Fotografien von Madonnen des 15. und 16. Jahrhunderts bilden die Ausgangsbasis von Kneffels Serie „Face of a Woman, Head of a Child», die im Museum Kurhaus Kleve gezeigt wird.

Gipfeltreffen in Wuppertal. Eine Ausstellung im Von der Heydt-Museum fragt danach, was Pablo Picasso und Max Beckmann verbindet – und was sie trennt

Erschienen in: {mb_texte_texte_erschienen-in} | 14. Dezember 2023
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Das Von der Heydt-Museum Wuppertal und das Sprengel Museum Hannover haben sich zusammengetan, um eine Ausstellungsallianz zwischen zwei außergewöhnlichen Künstlern zu stiften. Die Schau «Pablo Picasso | Max Beckmann. Mensch – Mythos – Welt» synchronisiert die Lebensläufe der beiden nahezu Gleichaltrigen – Picasso lebte von 1881 bis 1973, Beckmann von 1884 bis 1950. Die Ausstellung arbeitet Verbindendes und Trennendes ihrer künstlerischen Haltungen heraus. Und sie sucht nach Parallelen, was Ikonographie und Stil ihrer Malerei angeht.

Prüfstein der Malerei: James Ensor und das Stillleben

Erschienen in: {mb_texte_texte_erschienen-in} | 12. Dezember 2023
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Mehr als 200 Stillleben hat James Ensor gemalt. Dabei erwies sich der belgische Künstler (1860–1949) als Grenzgänger zwischen akademischer Tradition und Moderne. Das Ostender Museum Mu.ZEE widmet sich der Entwicklung des Stilllebens in der belgischen Malerei zwischen 1830 und 1930. James Ensor, dessen 75. Todestag 2024 begangen wird, spielt dabei die Hauptrolle. Mit der Schau beteiligt sich das Mu.ZEE am Jubiläumsjahr zum 75. Todestag des Künstlers. Gefeiert wird das Jubiläum 2024 in Ostende, Antwerpen und Brüssel mit zahlreichen Ausstellungen und anderen Aktivitäten.

Fotoausstellung der Bochumer Situation Kunst: Atelier im Stahlwerk

Erschienen in: {mb_texte_texte_erschienen-in} | 8. Dezember 2023
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Der Fotograf Dirk Reinartz hat Entstehungsprozess und Gestalt zahlreicher Skulpturen von Richard Serra dokumentiert. Zum 85. Geburtstag des Bildhauers sind die Aufnahmen im Kubus der Stiftung Situation Kunst zu sehen. Was bei der Ausstellung verblüfft: Während Richard Serra tonnenschwere Stahlzylinder und Stahlblöcke in den Raum wuchtet, sind die werkbegleitenden Fotos geradezu winzig. Anders als manch ein Fotokünstler, der sein Heil im Blow-up sucht, begrenzte Dirk Reinartz seine analogen Schwarz-Weiß-Fotografien auf ein intimes Format. Effekthascherei war ihm ein Gräuel.

Schwarzes Quadrat, schwarzer Humor. Der Dortmunder HMKV präsentiert das slowenische Kollektiv Irwin und fragt nach dem Wesen der Kunst

Erschienen in: {mb_texte_texte_erschienen-in} | 6. Dezember 2023
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1983 erblickte das Kollektiv Irwin in Ljubljana das Licht der Kunstwelt. Zum vierzigjährigen Bestehen der Gruppe präsentiert der Hartware MedienKunstVerein (HMKV) eine Präsentation und stellt eine Gretchenfrage: Was ist Kunst? Als historischer Ankerpunkt spielt Kasimir Malewitschs Bild «Das Schwarze Quadrat» eine wichtige Rolle in der Irwin-Strategie. Das 1915 entstandene Viereck führt die Malerei auf ihren Nullpunkt zurück. In der Werkübersicht gibt es sogar ein eigenes Kapitel, das die Ausstellungsmacher «Hommage(n) an das (schwarze) Quadrat» betitelt haben.