Texte, die in Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind

Jörg Restorff | Foto: Ute Gabriel

Texte

Diese Auswahl versammelt eine Reihe meiner Artikel, erschienen unter anderem im Magazin »kultur.west«, der »Neuen Zürcher Zeitung«, »Kunstforum International«, »Monopol« dem »boesner Kunstportal« und der »Rheinischen Post«. Kunst, Architektur und Design, Kultur und Geschichte bilden den Schwerpunkt.

Sotheby’s-Auktionen in New York: Ein Silberstreif am Goldhorizont (Rheinische Post, 26. November 2025)

Die jüngsten Rekordergebnisse bei den Sotheby’s-Herbstversteigerungen nähren die Hoffnung, dass der kriselnde Kunstmarkt wieder anzieht. Zwischen Klimt und Kahlo klafft jedoch ein tiefer genderspezifischer Gap.

Befremdliche Präsenz (kultur.west, 25. November 2025)

»Nicht von Menschenhand« heißt eine Einzelausstellung, die das Museum Schloss Cappenberg in Selm dem Hyperrealisten Konrad Klapheck widmet. Bekannt wurde er durch seine »Maschinenbilder«, denen freilich nichts Maschinelles anhaftet.

Zurück in die Zukunft (kultur.west, 19. November 2025)

Im kommenden Jahr feiert das städtische Museum Morsbroich in Leverkusen das 75-jährige Bestehen. Als Prolog des Jubiläums zeigt die aktuelle Sonderausstellung »the good in the pot, the bad in the crop. The Storage | Die Sammlung« kaum bekannte Schätze aus dem Magazin. »Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen«, die Redewendung, der die Kuratorin Thekla Zell einen anglophilen Anstrich verpasst hat, stammt aus dem Märchen »Aschenputtel«. Sie zielt auf einen Ausleseprozess, bei dem Gutes von Schlechtem, Wertvolles von Wertlosem getrennt wird. Die Ausstellung will das Gegenteil bewirken: In elf Kapiteln werden hier VIP-Künstler wie Joseph Beuys, Gerhard Richter oder Wolf Vostell auf gleicher Augenhöhe gezeigt wie Kunstschaffende, die nur noch Insidern ein Begriff sind.

Ein Evergreen seit dem Sündenfall: Ausstellung »Schöne neue Arbeitswelt. Traum und Trauma der Moderne« (kultur.west, 12. November 2025)

Eine Sonderausstellung im LVR-Landesmuseum Bonn untersucht, wie die Moderne in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf den drastischen Wandel in der Arbeitswelt reagierte. Zwischen utopischen Hoffnungen und düsteren Visionen entfaltet sich ein Panorama am Puls der Industriegesellschaft.

Charlotte Zander: Grande Dame der Naiven Kunst (kultur.west, 31. Oktober 2025)

Bei der Art Cologne 2025 wurde der rote Teppich für Charlotte Zander ausgerollt: Eine Sonderausstellung des Zentralarchivs für deutsche und internationale Kunstmarktforschung am Stand des ZADIK (Halle 11.1, Stand D-19) würdigte die Sammlerin, Galeristin und Museumsgründerin (1930–2014) als engagierte Fürsprecherin der Outsider Art. Im ZADIK-Domizil im Kölner Mediapark kann man die materialreiche Ausstellung noch bis September 2026 besuchen.

Charlotte Zander war eine Brückenbauerin. Ihr Anliegen: jenen Sonderlingen und Eigenbrötlern, die im Kunstbetrieb – und oft auch in der Gesellschaft – eine Außenseiterposition einnehmen, einen prominenteren Platz inmitten der Kunsthierarchie zu sichern. In gewisser Weise führte sie damit fort, was schon viele Künstler der Moderne umgetrieben hatte: Auf der Suche nach ursprünglichen Bildwelten ließen sie sich im frühen 20. Jahrhundert inspirieren von außereuropäischen Kunstwerken, der Malerei von Kindern, psychisch Kranken oder den Hervorbringungen von Autodidakten.

»Let's Talk About Feelings«: Leif Randt wandelt auf den Spuren von Andy Warhol (Rheinische Post, 29. Oktober 2025)

Der 42-Jährige zählt zu den originellsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur. In der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland sprach der Schriftsteller über sein neues Buch „Let’s Talk About Feelings“. In 14 Etappen, örtlich festgezurrt zwischen Berlin, Japan, Rügen, Neu-Delhi und Wolfsburg, vergegenwärtigt Leif Randt die Leichtigkeit des Seins aus der Sicht der Berliner Kreativszene, die er als Insider treffsicher charakterisiert. Weil ein Fashionista der Held des Romans ist, verwundert es nicht, dass Mode eine prominente Rolle spielt.

Hans-Peter Feldmann: »Kunstausstellung«, Kunstpalast, Düsseldorf (Kunstforum International, 23. Oktober 2025)

Wer den Düsseldorfer Ehrenhof betritt, um im Kunstpalast die aktuelle Ausstellung zu Hans-Peter Feldmann zu besuchen, wird mit einem Crash-Szenario konfrontiert: Ein Auto, das auf dem Dach liegt, mutet an wie das Relikt eines Verkehrsunfalls. Tatsächlich aber befindet sich das Fahrzeug, abgesehen von seinem Kopfstand, in einem tadellosen Zustand. Kein Wunder, handelt es sich hier doch nicht um ein Unfallauto, sondern um ein Sinnbild für das Werk des Düsseldorfer Künstlers (1941–2023) – und das aus mehreren Gründen.


Mit dem PKW bezieht sich die Kuratorin Felicity Korn auf eine Installation, die Feldmann 2010 bei der Londoner Kunstmesse Frieze zeigte. Vor dem Messezelt ließ er ein Auto in verkehrter Stellung als Außenskulptur parken. Ein Überraschungscoup, der es jedem auch ohne Frieze-Ticket ermöglichte, an der Gegenwartskunst teilzuhaben. Für Feldmann, der sich die Demokratisierung der Kunst auf die Fahnen geschrieben hatte, ein zentrales Anliegen. Zudem verweist das um 180 Grad gedrehte Auto, platziert neben dem Eingang zur Düsseldorfer »Kunstausstellung«, auf das Konzept eines originellen Geistes, der die Welt der Kunst in der Tat auf den Kopf gestellt hat. Oberste Priorität hatte für Feldmann die Liebe zu Bildern jeglicher Couleur – ästhetische oder kunsthistorische Aspekte erscheinen dagegen zweitrangig.