Texte, die in Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind

Jörg Restorff | Foto: Ute Gabriel

Texte

Diese Auswahl versammelt eine Reihe meiner Artikel, erschienen unter anderem im Magazin »kultur.west«, der »Neuen Zürcher Zeitung«, »Kunstforum International«, »Monopol« dem »boesner Kunstportal« und der »Rheinischen Post«. Kunst, Architektur und Design, Kultur und Geschichte bilden den Schwerpunkt.

Skulptural, spirituell und sexy. Ingnahl Magadans Schuhobjekte „Mrs. Jaycee's Wedding Shoes“ und „Cognizance and Compassion Are Based on Immortality“ (Einzelwerkbetrachtung, Ingnahl Magadan, 15. Mai 2026)

Die Düsseldorfer Konzeptkünstlerin Ingnahl Magadan (im Hauptberuf die renommierte forensische Psychiaterin Nahlah Saimeh) verbindet in ihren Werken Kunst, Mode und Metaphysik. Nach dem Freitod ihres Ehemanns, des Fotokünstlers Ingolf Timpner im Jahr 2018, begann sie ihre künstlerische Arbeit, um zentrale Bildbotschaften aus seinem Nachlass neu zu interpretieren und spirituelle Themen wie Liebe, Tod und Unsterblichkeit auszuloten. In Kooperation mit der chinesischen Luxusmarke Sheme entstanden im Jahr 2022 zwei markante, hochhackige Schuhobjekte mit blattvergoldeten Sohlen, die zwischen konzeptionellem Tiefsinn und modischer Oberflächenästhetik balancieren. Bei dem Unikat-Pumps „Mrs. Jaycee’s Wedding Shoes“ ist auf die Samtoberfläche ein serielles Selbstporträt von Albrecht Dürer gedruckt, das auf einer Polaroid-Gemeinschaftsarbeit von Timpner basiert. Der Titel spielt auf Jesus Christus sowie das Maria-Magdalena-Motiv an, wobei die Vergoldung der Sohle für pure Spiritualität steht. Das zweite Werk, der auf fünf Exemplare limitierte Overknee-Stiefel „Cognizance and Compassion Are Based on Immortality“, besteht aus goldgelber Seide. Er ist mit den namensgebenden Begriffen für Erkenntnis, Mitgefühl und Unsterblichkeit versehen und zeigt traditionelle asiatische Ornamente, die als Symbole für ewiges Leben dienen. Magadan distanziert sich dabei von rein feministisch-kritischen Ansätzen, die High Heels primär als Werkzeuge der Unterdrückung sehen; für sie sind die Entwürfe ein spielerisch-sinnlicher Ausdruck persönlicher Befindlichkeit sowie geschlechtsunabhängige Unisex-Objekte.

Provenienzforschung in NRW: Detektivische Spurensuche (Rheinische Post, 7. Mai 2026)

Die Reise, die August Mackes Zeichnung »Ernte« seit 1937 hinter sich gebracht hat, darf man mit Fug und Recht als Odyssee bezeichnen. Mehr als zehn Mal wechselte das großformatige Blatt, das der Expressionist (1887–1914) im Jahre 1911 anfertigte, den Besitzer. Ausgangspunkt der Irrfahrt: das Städtische Museum Mönchengladbach. Dorthin war die Zeichnung in den 1920er-Jahren als Schenkung von Walter Kaesbach gelangt – 1937 wurde sie von den Nationalsozialisten als »entartete Kunst« beschlagnahmt. Nach knapp 90 Jahren konnte das Museum Abteiberg Mackes »Ernte« wieder in seine Sammlung eingliedern. Wie es zum Rückerwerb kam und weshalb die Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen vorbildlich aufgestellt ist, davon handelt dieser Artikel.

Lebensraum für Flechtenbärchen und Balkenschröter (kultur.west, 5. Mai 2026)

Zwischen Industriekultur und ökologischem Wandel: Mit einer Fotoschau lenkt das LWL-Museum Zeche Zollern in Dortmund die bedrohte Welt der Insekten in den Blickpunkt.

Karriere durch Keuschheitsgelübde: Im Barockzeitalter mussten niederländische Künstlerinnen mitunter ungewöhnliche Wege gehen, um sich gegen die männliche Konkurrenz zu behaupten (Neue Zürcher Zeitung, 28. April 2026)

Keine Disziplin sei femininer oder passender für Frauen als die Blumenmalerei, spöttelte der Künstler Gerard de Lairesse 1707. Eine grosse Ausstellung in Gent zeigt: Künstlerinnen des 17. Jahrhunderts ließen sich nicht in die florale Nische verbannen.

Wo die Post abgeht (kultur.west, 21. April 2026)

Vom 23. bis zum 26. April schlägt die Discovery Art Fair in der Kölner XPOST ihre Zelte auf. Als niedrigschwelliges Format positioniert sich die Veranstaltung als Plattform für junge Gegenwartskunst.

Art Düsseldorf: Auf Kurs (kultur.west, 14. April 2026)

Vom 17. bis 19. April wird das Areal Böhler wieder zum Schauplatz der Art Düsseldorf: Knapp 120 Aussteller aus 22 Ländern bespielen die Hallen des ehemaligen Stahlwerks. Mit drei Themenschwerpunkten, zu denen die Galerien passende Arbeiten vorschlagen konnten, wagt Gilles Neiens, der neue künstlerische Leiter der Messe, ein Experiment. »Cosmic Feel – Kunst als Resonanzraum«, »Panic Attack – Angst als Spiegel der Gegenwart« und das Japan-Special »Ōjigi – Eine Geste der Begegnung« – diese Segmente markieren innerhalb der Art Düsseldorf kleine Themenpräsentationen.

Köln, die Hauptstadt der Interimslösungen (Rheinische Post, 8. April 2026)

Das neue Migrationsmuseum Selma sollte in zwei leerstehenden Industriehallen im Kölner Stadtteil Kalk Einzug halten. Weil das Bauvorhaben den Kostenrahmen sprengt, wurde es ad acta gelegt. Nun will Köln das Selma im Kulturzentrum am Neumarkt einquartieren. Dort gibt es allerdings schon zwei Museen.