Texte, die in Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind

Jörg Restorff | Foto: Ute Gabriel

Texte

Diese Auswahl versammelt eine Reihe meiner Artikel, erschienen unter anderem im Magazin »kultur.west«, der »Neuen Zürcher Zeitung«, »Kunstforum International«, »Monopol« dem »boesner Kunstportal« und der »Rheinischen Post«. Kunst, Architektur und Design, Kultur und Geschichte bilden den Schwerpunkt.

Drehscheibe der Kunst, Ort der Begegnung (Weltkunst, 29. Mai 2026)

Die neue Kunsthalle BRUSK in Brügge bringt zeitgenössische Dynamik in das mittelalterliche UNESCO-Weltkulturerbe. Zur Eröffnung locken zwei Sonderausstellungen – die eine kulturhistorisch ausgerichtet, die andere dicht am digitalen Puls der Gegenwart. – Advertorial im Auftrag von Visit Bruges.

Vom Bett bis zum Zigarettentöter: Der Gestaltungswille der Brücke-Künstler erstreckte sich auf die ganze Lebenswelt (Neue Zürcher Zeitung, 28. Mai 2026)

Eine einladende Schlafstatt stellt man sich anders vor: Das Bett, das Ernst Ludwig Kirchner 1919 für seine Lebensgefährtin Erna Schilling schuf, besticht durch skulpturale Qualitäten, nicht durch Liegekomfort. Das Paradestück expressionistischer Skulptur steht im Mittelpunkt der rund 170 Werke, mit denen die Schau »Kunst Hand Werk Brücke« die alltagstauglichen Facetten im Werk jener Künstler würdigt, die in erster Linie wegen ihrer Malerei und Grafik berühmt sind. Vom Korsett der Hochkunst freilich mochten sich die Brücke-Gründer nicht einengen lassen. Das wundert kaum, blickt man zurück auf die Anfänge von Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff. Alle vier studierten Architektur, als sie 1905 in Dresden die Brücke aus der Taufe hoben. Das Denken in funktionalen Zusammenhängen war ihnen in die Wiege gelegt.

Trip ins Medien-Wunderland (Rheinische Post, 28. Mai 2026)

Im K21 zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf die erste Einzelausstellung von Jon Rafman in einem deutschen Museum. Im Untergeschoss inszeniert der Kanadier eine Achterbahnfahrt durch die Mediengeschichte.

Ungewöhnliche Christie’s-Aktion. Nicole Kidman hilft beim Kunst-Auktionsrekord (Rheinische Post, 20. Mai 2026)

Das Versteigerungshaus Christie’s engagierte Nicole Kidman für einen filmischen Kurzauftritt. In dem Video gerät der Hollywoodstar in den Sog von Constantin Brâncușis »Danaïde«. Nun erzielte genau diese Skulptur in New York einen Auktionsrekord.

Skulptural, spirituell und sexy. Ingnahl Magadans Schuhobjekte „Mrs. Jaycee's Wedding Shoes“ und „Cognizance and Compassion Are Based on Immortality“ (Einzelwerkbetrachtung, Ingnahl Magadan, 15. Mai 2026)

Die Düsseldorfer Konzeptkünstlerin Ingnahl Magadan (im Hauptberuf die renommierte forensische Psychiaterin Nahlah Saimeh) verbindet in ihren Werken Kunst, Mode und Metaphysik. Nach dem Freitod ihres Ehemanns, des Fotokünstlers Ingolf Timpner im Jahr 2018, begann sie ihre künstlerische Arbeit, um zentrale Bildbotschaften aus seinem Nachlass neu zu interpretieren und spirituelle Themen wie Liebe, Tod und Unsterblichkeit auszuloten. In Kooperation mit der chinesischen Luxusmarke Sheme entstanden im Jahr 2022 zwei markante, hochhackige Schuhobjekte mit blattvergoldeten Sohlen, die zwischen konzeptionellem Tiefsinn und modischer Oberflächenästhetik balancieren. Bei dem Unikat-Pumps „Mrs. Jaycee’s Wedding Shoes“ ist auf die Samtoberfläche ein serielles Selbstporträt von Albrecht Dürer gedruckt, das auf einer Polaroid-Gemeinschaftsarbeit von Timpner basiert. Der Titel spielt auf Jesus Christus sowie das Maria-Magdalena-Motiv an, wobei die Vergoldung der Sohle für pure Spiritualität steht. Das zweite Werk, der auf fünf Exemplare limitierte Overknee-Stiefel „Cognizance and Compassion Are Based on Immortality“, besteht aus goldgelber Seide. Er ist mit den namensgebenden Begriffen für Erkenntnis, Mitgefühl und Unsterblichkeit versehen und zeigt traditionelle asiatische Ornamente, die als Symbole für ewiges Leben dienen. Magadan distanziert sich dabei von rein feministisch-kritischen Ansätzen, die High Heels primär als Werkzeuge der Unterdrückung sehen; für sie sind die Entwürfe ein spielerisch-sinnlicher Ausdruck persönlicher Befindlichkeit sowie geschlechtsunabhängige Unisex-Objekte.

Provenienzforschung in NRW: Detektivische Spurensuche (Rheinische Post, 7. Mai 2026)

Die Reise, die August Mackes Zeichnung »Ernte« seit 1937 hinter sich gebracht hat, darf man mit Fug und Recht als Odyssee bezeichnen. Mehr als zehn Mal wechselte das großformatige Blatt, das der Expressionist (1887–1914) im Jahre 1911 anfertigte, den Besitzer. Ausgangspunkt der Irrfahrt: das Städtische Museum Mönchengladbach. Dorthin war die Zeichnung in den 1920er-Jahren als Schenkung von Walter Kaesbach gelangt – 1937 wurde sie von den Nationalsozialisten als »entartete Kunst« beschlagnahmt. Nach knapp 90 Jahren konnte das Museum Abteiberg Mackes »Ernte« wieder in seine Sammlung eingliedern. Wie es zum Rückerwerb kam und weshalb die Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen vorbildlich aufgestellt ist, davon handelt dieser Artikel.

Lebensraum für Flechtenbärchen und Balkenschröter (kultur.west, 5. Mai 2026)

Zwischen Industriekultur und ökologischem Wandel: Mit einer Fotoschau lenkt das LWL-Museum Zeche Zollern in Dortmund die bedrohte Welt der Insekten in den Blickpunkt.